FB
headerbild
Beraten, Planen, Prüfen
- Leistungen, auf die man bauen kann!
Bauherr und Auftraggeber:
Senatsverwaltung für Bau- und
Wohnungswesen, Berlin

Bauzeit:
Sommer 1992 bis Herbst 1996

Baukosten:
ca. 35 Mio. EUR

WKP-Leistungen:
Objektplanung nach § 55 HOAI,
Tragwerksplanung nach § 64 (3, 6) HOAI
Fachtechnik, Denkmalschutz
1894 - 96 wurde die Brücke in der heutigen Form erbaut. Sie verbindet über eine Länge von 160 m auf zwei Ebenen mit Stadtstraße und Hochbahntrasse die ehem. Bezirke Berlin-Friedrichshain mit Berlin-Kreuzberg. Die Brücke querte die Spree mit sieben unterschiedlich großen Gewölben. Das mittlere und größte wies eine lichte Weite von 22,00 m bei einer minimalen Durchfahrtshöhe von 4,00 m über dem Hochwasserstand auf. Die Oberbaumbrücke gründet sich auf sechs breiten Strompfeilern und zwei Widerlagern. Auf den beiden Pfeilern, die die Mittelöffnung eingrenzen, wurden mächtige Hauptwehrtürme errichtet, die bis zu 25,00 m über die Wasseroberfläche hinausragten und der Brücke den Charakter eines Stadttores geben.
1945 wurde ein Großteil der Fahrbahn der Mittelöffnung aus dem Bauwerk herausgesprengt. Durch das Heraussprengen des Mittelgewölbes und die damit fehlende Weiterleitung des Bogenschubes ergaben sich zwangsläufig Verformungen und Rissbildungen in den Pfeilern und Mittelöffnungen. 1950 - 1953 wurde der Bogen durch eine behelfsmäßige Stahlkonstruktion ersetzt. Nach dem Mauerbau endete die U-Bahnlinie am Schlesischen Tor, der Abschnitt zur Warschauer Brücke in Friedrichhain wurde als Grenzbereich außer Betrieb genommen.
Für die Wiederherstellung wurde eine Synthese aus den Anforderungen an die historische Gestaltung des Bauwerkes und die neuzeitliche Architektur angestrebt. Die Gewölbe und die bis zu 8 m breiten Pfeiler erscheinen ebenso wie der Viadukt wieder in ihrer ursprünglichen Architektur. Als tragende Elemente wurden die Gewölbe durch einen neuen Stahlbeton-Überbau ersetzt, der in den Gewölbeaufbau integriert wird. Die Mittelöffnung mit Straßen- und Hochbahnbrückenteil wurde in einer leicht wirkenden Stahl- / Stahlbeton-Verbund-Konstruktion wiederhergestellt. Der Entwurf hierfür wurde mit dem bekannten europäischen Architekten Santiago Calatrava Vals bearbeitet. Die Wiederherstellung erfolgte in Zusammenarbeit mit den Denkmalschutzbehörden.