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Auftraggeber:
Hamburgische Electricitäts-Werke AG

Baujahr:
1991

Baukosten:
ca. 3,1 Mio. €

WKP-Leistungen:
Objektplanung nach § 55 (3-7, 9),
Baubegleitende technische Beratung
380 / 110 kV Freiluftschaltanlage:

Ende der 60er Jahre baute die HEW AG in der Gemarkung Hamburg-Moorburg an der Walterhofer Straße eine 380 / 110 kV Freiluftschaltanlage. Die vorh. Baugrundverhältnisse dieses Standortes waren problematisch. Auf dem torfigen und sehr wasserhaltigen Moorboden wurde großflächig (ca. 220 x 500 m) ein Sandpolster mit einer Dicke von ca. 1,50 m aufgefüllt. Sämtliche Bauwerke und Bauteile waren tief zu gründen. Die sehr unterschiedlichen Lasten und Belastungen der Anlagenteile sollten mittels der Pfahlgründung und des Bodens ganzheitlich im Gleichgewicht stehen. Dies erforderte Stahlbetonpfähle in Längen bis ca. 20m. Nach Fertigstellung der Anlage folgten Mitte der 70er Jahre Anlagenerweiterungen, d.h. der Neubau von Relaishäusern und Trafofundamenten.
Hochwasserschutzmaßnahme:

Anfang 1990 stellte sich eine neue Aufgabe: Aufgrund neuester Forschungsergebnisse und Studien sollte die gesamte Freiluftschaltanlage bei möglichen Deichbrüchen vor Überflutung geschützt werden. Eine Überflutung der Anlage hätte schwere Folgen für die Stromversorgung des Süderelberaums gehabt. Nach Klärung der Rahmenbedingungen und einer alternativen Planung für Konstruktion und Trassenführung wurde eine umlaufende Spundwand auf einer Höhe von +2,00mNN als Hochwasserschutz ausgewählt. Die Trassenführung der HWS-Wand entspricht der Lage des ursprünglichen Anlagenzauns. Die Trasse hat eine Länge von 1.200 m und hat im Zufahrtsbereich ein Schiebetor. Die farbige Gestaltung der HWS-Wand und Begrünungsmaßnahmen sollten denn Belangen des Naturschutzes Rechnung tragen. Die Spundwand wurde mit einer werkseitigen Schlossdichtung versehen. Die SpW wurde in Längen bis 12 m mit Doppelbohlenstaffelung in Rammverfahren gebaut. Wegen des moorigen Bodens mussten aufwendige Arbeitsebenen hergestellt werden. Das Einrammen erfolgte unter kreuzenden Freileitungstrassen, zeitweise mit 2 Rammen. Parallel zur Trasse verläuft eine Ringdrainage, die insb. Im Katastrophenfall zur Standsicherheit der HWS-Wand beiträgt.